Couchgeflüster #22 - Patricia Boser

Patricia Boser – eine Powerfrau, die man seit über drei Jahrzehnten aus der Schweizer Medienlandschaft kennt. Generationenübergreifend. Ob im Radio, TV oder an Events – das Moderieren ist ihre Berufung. Alles begann 1989 bei Radio 24, dem Grundstein für die darauffolgende Fernsehkarriere. Acht Jahre war Patricia als »Kupplerin der Nation« für die schweizweit erste Singlesendung «ZüriDate»/«SwissDate» unterwegs und regelmässig als Speakerin für die ZSC Lions im Einsatz. Seit 1996 besucht sie nationale und internationale Grössen in ihrer eigenen Sendung »Lifestyle«. 2012 folgte der Publikumspreis beim Prix Walo. Neues wagen, sich auf den Menschen fokussieren und dabei authentisch bleiben – eine Kombination, die Patricia auszeichnet.


Du bist seit über drei Jahrzehnten im Medienbusiness – was sind deine grössten Learnings? Was würdest du zukünftigen Medienschaffenden weitergeben?

Das Wichtigste, das ich über all die Jahre gelernt habe, ist dies: Du kannst es nicht allen recht machen. Und dies soll auch nicht so sein. Wenn man eine erfahrene Moderatorin ist wie ich, dann ist dies leichter zu verstehen und zu akzeptieren. Ich muss heute nicht mehr allen gefallen. Früher hat mich Kritik in meiner Persönlichkeit verletzt. Heute nehme ich die Punkte und Aspekte raus, die mich im Leben weiterbringen und versuche sie in nächste Auftritte einfliessen zu lassen.


Du sagst, dass der Mensch bei dir immer im Mittelpunkt steht. Warum?

Das ist korrekt. Der Mensch ist der Mittelpunkt. Dies zeigt sich im beruflichen als auch privaten Dasein. Menschen sind für mich elementar wichtig. Dies war schon immer so. Seit meiner Kindheit. Ich habe extrem gerne Menschen um mich herum. Wenn es jemandem nicht gut geht, habe ich ein offenes Ohr oder eine Schulter zum Anlehnen. Ich versuche stets eine gute Freundin für mein Umfeld zu sein. Diese Einstellung hilft mir auch bei meinem Job. Wenn ich Menschen in meiner Sendung porträtieren darf und sie sich über die Sendung freuen, bin ich glücklich und zufrieden.


Authentizität ist einer deiner Grundwerte.

Das stimmt. Ob im TV, an Events oder als Markenbotschafterin - Authentizität ist mir enorm wichtig. Ich werbe nur für die Dinge, bei denen ich hundertprozentig dahinterstehen kann. Patricia Boser ist in all diesen Jahren zu einem Brand geworden. Da wird es von Tag zu Tag wichtiger, authentisch und einfach sich selbst zu sein. Je reifer und bekannter, desto authentischer. Wenn ich Sendungen von früher schaue, sehe ich, dass ich manchmal danach strebte, etwas zu sein und versuchte, es dabei allen recht zu machen. Das ist heute nicht mehr so. Ich stelle den Menschen an die erste Stelle.


Du hast Hunderte von Prominenten besucht – ob schüchtern/aufgeschlossen oder nicht. Was ist dein Erfolgsrezept, jeden zum Plaudern anzuregen?

Ich nehme mein Gegenüber ernst. Das ist beruflich wie auch im Privatleben so. Wenn ich in meiner Sendung »Lifestyle« bei den Persönlichkeiten zuhause bin, höre ich genau zu, was sie mir erzählen. Denn es geht um sie. Nicht um mich. So wie ich Authentizität lebe, so möchte ich auch das Gegenüber auf eine authentische Art und Weise porträtieren. Natürlich mit einem Augenzwinkern, denn es soll ja spannend sein für das Fernsehpublikum zuhause. Da es für mich immer der Mensch ist, der zählt, fühlen sie sich gut aufgeboben und ernst genommen. Wenn das Gegenüber merkt, dass ich sie nicht hinters Licht führen oder zu etwas drängen möchte, das sie nicht wollen, öffnen sie mir ihre Tür in die Wohnung und auch zu ihrem Herzen.


Wie wird man gut im Moderieren?

Das ist eine spannende Frage. Talent ist nur ein Faktor. Es braucht viel Fleiss. Man muss den Job ernstnehmen. Es geht nicht darum, sich selbst in den Mittelpunkt zu stellen, sondern das Gegenüber. Die Menschen, die man interviewt. Zu meinen Anfangzeiten beim Radio war ich 10, 12 Stunden im Studio und habe an den Aufnahmen gearbeitet oder sie direkt neu gemacht. Es braucht Zeit. Die Zeit beim Radio ist für mich übrigens eine super Schule. Wenn ich jemandem einen Tipp gebe, der in den Bereich Journalismus einsteigen möchte, ist das Radio die für mich beste Schule. Und die erste grosse Liebe, die ich eines Tages gerne wieder aktivieren werde.


Wie gehst du mit Rückschlägen – ob beruflicher oder privater Natur – um?

Aufstehen, Krone richten, weitergehen. Was mich nicht umbringt, das macht mich stark.


Dein 32. Jahr im Medienbusiness hat begonnen – was strebst du noch an?

Da gibt es noch ein paar Dinge. Ich würde sehr gerne eine neue Single-Show fürs Fernsehen oder Radio moderieren. Und ich würde die Sendung Boser & Böser gerne wieder wachküssen. Diese Sendung fehlt mir sehr. Je länger je mehr merke ich auch, dass sie den Zuschauern fehlt. Wer weiss, vielleicht gibt es ein Revival! Dann gibt es noch weitere Projekte, die hoffentlich bald wieder kommen, wie grosse Eventmoderationen etc.


Welche Werte machen dich aus?

Ich bin fürsorglich, ohne dass ich klammere. Ich bin loyal, ohne dass ich mich selbst dabei aufgebe. Ich bin ernsthaft und gleichzeitig doch sehr humorvoll. Ich nehme mein Gegenüber ernst und bin trotzdem ein bisschen crazy. Ich glaube ans Gute im Menschen, obwohl ich schon öfters auf die Nase gefallen bin. Doch ich werde auch zukünftig mit meinem Herzen denken, denn das ist mein Naturell.


Wann ist ein Mensch für dich schön?

Wenn er sich selbst lieben kann oder wenn er sich zumindest gut leiden kann. Man merkt es in der Regel auf Anhieb, ob jemand mit sich selbst im Reinen ist. Nur wenn dies der Fall ist, kann man bedingungslos, ohne Wenn und Aber, lieben. Dann sind wir so richtig schön. Das klassische Schönheitsbild finde ich persönlich nicht sehr spannend, denn es gibt so viele tolle Eigenschaften an uns Menschen, die nichts mit dem Aussehen zu tun haben. Das Herz finde ich viel wichtiger. Wenn jemand ein grosses Herz hat, ein Herzensmensch ist, dann ist er für mich automatisch schön.


Man sieht nur mit dem Herzen gut. Das Wesentliche ist für die Augen unsichtbar. 

- Antoine de Saint-Exupéry

Als freischaffende Fotografin und Videografin in den Bereichen People, Events und Werbung lebe ich dieses Mindset mit jedem Klicken des Auslösers aus.

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