• Diana Kottmann

Couchgeflüster #4 – Max Loong

Max Loong – ein Name, der aus der Unterhaltungsbranche nicht mehr wegzudenken ist. Man kennt ihn als Moderator und Schauspieler, sei es in der Schweiz oder international. Gerade im asiatischen Raum hat Max Loong über Jahre hinweg ein Millionen Publikum unterhalten und wurde für den Asian Television Award nominiert. Nun ist er seit einiger Zeit auch Geschäftsführer der Hidden Hills Villas auf Bali. Ich habe mich nur Eines gefragt: Wer steckt hinter diesem ehrlichen, herzlichen Lächeln, das einen direkt mit guter Laune ansteckt?


Wir alle möchten die Berufung in unserem Leben finden. Welches ist deine?

Interessante Frage. Gesund und zufrieden zu sein, steht für mich an erster Stelle. Ohne diese Dinge ist alles andere irrelevant. Wenn ich dann noch wählen kann, möchte ich etwas machen, das die Menschen bewegt. Was das genau ist, kann ich nicht sagen, da sich die Form immer verändert. Bevor ich Kinder hatte, versuchte ich immer, jeden Tag so zu leben, als wäre er der letzte. Das ist jetzt nicht mehr so, denn ich möchte für meine Kinder da sein, sie aufwachsen sehen und unterstützen. Alles verändert sich mit der Zeit. In meinen Augen ist nur der Weg wichtig, nicht das Ziel selbst.


Was bedeutet dir Geld?

Da befinde ich mich in einem Zwiespalt. Einerseits bin ich der Meinung, dass die schönsten Dinge im Leben nichts kosten und einem mehr geben als Geld. Nehmen wir als Beispiel einen Sonnenuntergang oder wenn ich meine Frau umarme. Andererseits aber gibt uns Geld ein Gefühl von Freiheit und Sicherheit. Ich geniesse gerne einen guten Wein oder fahre ein tolles Auto. Nicht aber, weil diese Dinge teuer sind oder ich damit angeben möchte, sondern weil sie mir pure Freude bereiten. Wenn ich jetzt aber wählen müsste zwischen arm und glücklich oder reich und unglücklich, fällt die Antwort klar auf Antwort A.


Was schätzt du an deiner Frau am meisten?

Mit ihr habe ich eine Lebenspartnerin an meiner Seite, die mit mir durch dick und dünn geht und mich so akzeptiert, wie ich bin. Ich bin jemand, der immer an sich arbeitet, denn ich möchte als Mensch besser werden. Gerade in den letzten Jahren habe ich viel durchlebt, auch mit dem Verlust meiner Mutter. Zu wissen, dass da jemand ist, der immer an deiner Seite steht, ist wunderschön.


Ich bin seit einiger Zeit Single. Wie finde ich das Glück, das dir zuteil wurde?

Nun ja... Das hört sich jetzt vielleicht an wie aus einem Film, aber es ist wahr: Du musst mit jemandem zusammensein wollen, der aus dir einen besseren Menschen machen möchte. Nicht mit jemandem, der das Gegenteil beabsichtigt und dir Energie raubt. Und dann musst du den Mut haben, dich selbst zu sein, aber dabei gleichzeitig offen bleiben, dich zu verbessern und weiterzuentwickeln.


Warst du schon immer ein Familienmensch?

Nein. Ich war mir zwar schon früh darüber bewusst, dass ich mir Frau und Kinder wünsche, aber ein richtiger Familienmensch war ich nicht wirklich. Ich wurde nicht in eine grosse, warme Familie hineingeboren.


Woher kommt dann deine warmherzige, positive Art?

Das ist eine gute Frage. Ich glaube, die hatte ich schon immer. Das ist auch einer der Gründe, warum ich in die Unterhaltungsbranche ging. Das Lachen habe ich von meiner Mutter geerbt. Es war allerdings mein Vater, der einen Raum betrat, und alle Menschen, unabhängig von ihrer Nationalität oder sozialen Schicht, mit Witz und Charme unterhalten konnte. Das habe ich wohl von ihm.


Gibt es trotz deiner positiven Einstellung Tage, an denen du aufstehst und denkst «Oh ne...»?

Diese Tage gibt es. Gerade in Phasen wie der jetzigen, kommt es vor, dass ich mir zu viele Gedanken mache und dann schlecht einschlafe oder in der Nacht aufwache. Am Morgen hat sich dies dann aber meistens gelegt. Wenn nicht, gönne ich mir eine kalte Dusche, einen Kaffee und «Los geht’s!». Ich bin der Meinung, dass jede noch so negative Situation etwas Positives bereithält und umgekehrt. Selbst als meine Mutter schwer krank war, versuchte ich, etwas Positives zu finden. Dies aber war eine echte Herausforderung, da es die schlimmste Erfahrung war.


Zeigst du nach aussen deine schwachen Momente?

Ja, durchaus. Ich bin ein Mensch, der Emotionen zeigt und auch vor anderen weint. Ich sage, wenn es mir mal nicht gut geht. Gerade 2018 war das schwierigste Jahr, und ich habe dies auch nach aussen kommuniziert. Aber ich bin eine eher starke Persönlichkeit, die gerade in solchen Zeiten versucht, alle zusammenzuhalten und für sie da zu sein, auch wenn ich mich dann öfters selbst vergesse. Das ist auch nicht das Beste. Aber die Balance macht es aus und diese muss jeder für sich finden.


Welche Rolle spielen dabei eure Kinder?

Sie sind für mich die Definition von Echtheit. Wenn sie dich in den Arm nehmen und sagen, dass sie dich lieben, ist alles weniger schlimm. Es ist unbeschreiblich schön zu sehen, dass sie nicht vom sozialen Umfeld und all den schwierigen Dingen, mit denen wir uns herumschlagen, beeinflusst sind. Wir als Eltern haben jetzt die Chance, ihnen das Richtige mitzugeben, bis sie ihre eigenen Entscheidungen treffen.


Du bist ein vielschichtiger Charakter – als was bezeichnest du dich in beruflicher Hinsicht?

Es wird immer komplexer, je älter ich werde. Früher konnte ich einfach sagen: Unterhaltungsbranche. Mittlerweile bin ich aber seit vielen Jahren Hotelier (Hidden Hills Villas, Bali) und habe mir damit eine neue Karriere aufgebaut. Dann bin ich Partner bei Mediafisch und investiere nebenher in unterschiedliche Projekte. Wenn mich also jemand fragt, kann ich nicht alles aufzählen, denn ich will nicht angeben. Ich fokussiere mich dann auf einen Bereich, je nach Situation.


Warum machst du so viele unterschiedliche Dinge?

Ich habe mich schon immer als Allrounder gesehen. Wie das Sprichwort sagt: «Jack of all trades – and master of none.» Ich bin kein Master in einem Gebiet, sondern ich kann viele Dinge in einer anständigen Zeit erlernen. Über die letzten Jahre hinweg wollte ich einfach verschiedene Dinge ausprobieren und dabei haben sich neue Türen geöffnet. Es ist aber durchaus möglich, auch dann ein Master in einem Gebiet zu werden. Man muss aber dranbleiben, Fehler machen, daraus lernen und weitergehen. Das Durchhaltevermögen ist immer der Schlüssel.


Wie sieht es aus mit Selbstzweifel?

Die gibt es. Als Moderator weniger, denn ich moderiere seit 20 Jahren und ich habe schon viel erlebt. Ich erfuhr beispielsweise in einer Show, dass meine Mutter einen Schlaganfall hatte und im Sterben lag. Ich konnte aber nicht weg und musste die Moderation professionell zu Ende bringen, bevor ich direkt in den Flieger nach Singapur stieg. Die Summe solcher Momente härten dich ab. Es braucht dann viel, bis dich etwas aus der Bahn wirft. Im Bereich Schauspiel sieht es schon anders aus. Es ist immer wieder etwas Neues. Du spielst eine Rolle und diese Leistung wertet jeder Zuschauer anders. Und in der Hotellerie ist es so, dass ich jeden Tag Neues lerne. Die momentane Frage lautet beispielsweise so: Steigen die Leute bereits im Juni wieder in ein Flugzeug? Solche Ungewissheiten erzeugen dann die Zweifel.


Wie gehst du damit um?

Ich habe mich schon als Kind und Jugendlicher mit Leuten umgeben, die älter waren als ich. Ich versuchte mich an Mentoren zu orientieren, gerade auch in der Hotellerie, die schon dreissig Jahre Erfahrung haben. Diese kann ich dann um Rat fragen. Diese neu erlangte Erfahrung hilft einem dann weiter, die zukünftigen Stürme zu überstehen.



Über Max Loong:

Bei VIVA hat Max Loong seine vielversprechende Karriere als Moderator gestartet, bevor es ihn als Schauspieler in unterschiedliche TV-Rollen führte. Gerade in Asien hatte er ein Millionen Publikum,, als er bei MTV Asien VJ war. Das Highlight war da die Nomination für den Asian Television Award. Es folgten zahlreiche Jobs als Moderator wie beispielsweise dem «Zürich Film Festival» und «The Voice of Switzerland». Vor ein paar Jahren hat er die Hidden Hills Villas auf Bali gegründet und führt diese auch. Parallel dazu ist er Partner der Produktionsfirma Mediafisch und reist mit seiner Frau als Travel Influencers um die Welt.

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