• Diana Kottmann

Couchgeflüster #15 - Janosch Nietlispach

Er ist charmant, grosszügig, herzlich, liebenswert - und enorm witzig. Der liebe Janosch Nietlispach. Ein Mensch, den man einfach nicht nicht mögen kann. Die meisten kennen ihn aus der TV-Sendung »Bachelor« (Staffel 2016), aber ein paar vermutlich auch aus der Sportszene. Der 1.97m-Mann ist mehrmaliger Kickbox-Weltmeister und Mitinhaber von Crossfit-Centern in Zug.


Wie hat sich dein Leben nach deiner Teilnahme bei »Bachelor« verändert?

Es hat sich viel verändert und gleichzeitig auch viel nicht verändert. Irgendwie. Wenn ich zurückschaue, gerade auch in Bezug auf meine Persönlichkeit, bin ich einerseits viel stärker geworden, andererseits aber lebe ich zurückgezogener. Die Leute denken immer, dass man einen grossen Freundeskreis hat, wenn man bekannt ist. Bei mir hat sich dieser verkleinert, wie bei vielen anderen auch. Neue Türen haben sich geöffnet.


Würdest du nochmals mitmachen?

Ja, zu 100%. Ich habe so viele tolle Menschen kennengelernt. Es ergaben sich Möglichkeiten, die ich sonst nie erhalten hätte. Und dazu habe ich eine super tolle Frau kennengelernt, mit der ich wunderschöne 3.5 Jahre verbringen durfte. All dies wäre sonst nie passiert.


Bist du traurig darüber, dass es Stefan Büssers Best-Ofs nicht mehr geben wird?

Büssi finde ich genial. Er hat Etwas gemacht, das niemand anders geschafft hätte und bestimmt wird etwas Geniales folgen. Er hat eine Cleverness und ist ein richtiges Arbeitstier. Mittlerweile kenne ich ihn sehr gut. Weil er sich seinen Erfolg hart erarbeitet und somit auch verdient hat, wusste er genau, wann er aufhören muss. Es war der richtige Moment, denn langsam ist es immer wieder dasselbe. Die Leute werden Büssis Videos vermissen und ich bin mir sicher, dass weniger Menschen die Sendung schauen werden.


Wie gehst du damit um, dass dich so viele Leute erkennen?

Es ist speziell. Du kannst von diesem Bekanntheitsgrad nicht nur profitieren. So wie wir es beim Shooting erlebt haben, ist es toll. Wenn dich junge Leute erkennen, ansprechen und dir ein Lachen entgegenbringen. Aber es gibt auch andere Situationen, die du dann so nehmen musst, wie sie sind. Ich überzeuge die Leute nie vom Gegenteil. Wenn mich jemand nicht cool findet, dann ist dies so. Absolut legitim. Oftmals hat es dann aber auch etwas mit dem Gegenüber zu tun, weil sie kennen mich ja nicht persönlich, sondern nur das Bild, das sie von mir kreiert haben.


Was ist das Wichtigste in einer Freundschaft?

Das Wichtigste ist, dass man einander nicht verurteilt. Jeder Mensch ist verschieden. Meine beste Freundin beispielsweise ist ganz anders als ich. Aber es geht darum, dass man das Gegenüber annimmt, zuhört, Ratschläge gibt, aber nicht verurteilt.


Wie unterscheidest du zwischen Freunden?

Freunde sind die, die ich proaktiv anrufe und Dinge erzähle, die mir passiert sind. Kollegen sind die, die nachfragen und ich vielleicht die Story erzähle. Und dann gibt es noch ganz viele Menschen, denen ich nichts erzähle, weil es nicht passt. Dies heisst aber nicht, dass ich nicht nett bin.


Worauf schaust du bei einer Frau?

Wir kommen nicht ums Aussehen herum. Es muss in irgendeiner Form "matchen". Es ist halt das Erste, das du siehst - wenn du die Person nicht kennst, natürlich. Wenn du die Person schon länger kennst, sind es andere Dinge, die dich "flashen" können. Für mich hat jede Frau Etwas, das sie schön macht. Sei es ein Charakterzug, ihr Aussehen, ihr Humor. Ich habe gerne schöne Frauen, aber ich muss sagen, dass ich nie mit den klassischen Schönheiten zusammen war.


Was sind deine Stärken?

Ich versuche, nicht zu werten. Menschen, die nicht zu mir passen oder die mir keine gute Energie geben, kann ich aber aus meinem Leben streichen. Es ist dann nicht wertend gemeint. Ich versuche auch, die Fehler bei mir zu suchen, mich zu reflektieren, mich weiterzubringen. Es gelingt mir auch nicht immer, denn es ist schwierig. Ansonsten... Ich bin ein positiver Mensch, reisse Leute gerne mit und sehe auch ein, wenn ich falsch liege.


Wie gehst du mit Niederlagen um?

Ich habe vor ein paar Wochen einen Job verloren. Dies hat mich sehr getroffen. Persönlich. Da dachte ich: »Das wärs, ich höre auf.« Dann bin ich auf ein Video von einer Frau gestossen, die in der US Army ist und beim 6. oder 7. Anlauf die Miss USA-Wahl gewonnen hat. Da dachte ich: Wie kann es sein, dass ich nach einer Niederlage aufhören möchte? Es ist nicht einfach, mit Niederlagen umzugehen. Ich rede mit meinem direkten Umfeld darüber, reflektiere mich und schaue mir eben solche Videos an.


Wovor hast du Angst?

Nur vor einer Sache: Dass ich meine Mutter oder meinen Bruder verliere. Dies aus dem Grund, weil ich schon so viel durchgemacht habe, was das Thema Tod betrifft.


Wie sehen deine beruflichen Ziele aus?

Letztens bin ich über eine Aussage gestolpert: Machs jetzt. Denn jetzt riskierst du nur dein Leben und nicht das deiner möglichen Kinder. Das hat was. Ich bin seit 8 Jahren selbständig, aber ich möchte schon noch etwas Grösseres erreichen. Richtung Zürich, im Fitnessbereich, etwas Neueres. Ich möchte mit der Hockey-Nati an die WM gehen und als Moderator im Sportbereich früher oder später durchstarten. Dafür habe ich mit der Ausbildung bei Teleclub den Grundstein gelegt.



Über Janosch Nietlispach:

Sein linker Haken ist weltberühmt: Der 32-jährige Zuger kämpfte sich über 10 Jahre lang an die Spitze der weltweiten Kickbox-Szene. Die ganze Schweiz verfolgte 2016 seine Suche nach der grossen Liebe als "Bachelor" am TV. Heute ist der 1,97 Meter-Kämpfer Mitinhaber von einem Crossfit-Center in Zug, ist Brand Ambassador u.a. für Samsung und arbeitet an seiner Karriere als Moderator im Sportbereich.


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