• Diana Kottmann

Couchgeflüster #10 – Alexandra Maurer

Donnerstag Nachmittag. Face-Time Date mit der talentierten, erfolgreichen und charismatischen Alexandra Maurer. Wer sie beruflich und/oder privat kennt, weiss, was ich meine. Es ist die Aura, die sie umgibt. Positivität, Authentizität, Offenheit, Herzlichkeit und Humor. Als ich ihr vor ein paar Jahren als Künstlerbetreuerin bei den Swiss Music Awards begegnete, wusste ich, dass hinter dieser Frau viel mehr steckt als «nur» ihr Aussehen.


Was macht dich glücklich?

Tolle Frage für den Einstieg. Wenn du mich vor dem Lockdown gefragt hättest, wäre die Antwort womöglich anders ausgefallen.


Wie hätte die Antwort dann ausgeschaut?

Die Kombination von Familie und Beruf macht mich glücklich. Ich hatte gemerkt, dass ich nicht nur Zuhause bleiben kann. Ich liebe es, meinem Job nachgehen zu können. Ich werde dadurch zu einer besseren Freundin, zu einer besseren Mutter – generell zu einer besseren Version von mir selbst. Deshalb hatte ich zu Beginn des Lockdowns Panik. Nicht rausgehen? Nicht wirklich arbeiten? Gestrandet in London? Jetzt bin ich unglaublich dankbar, dass ich während dieser Zeit zu vielen Erkenntnissen gekommen bin.


Wie lauten diese Erkenntnisse?

Dazu kann ich nicht nur eine Antwort geben. Ich bin sehr glücklich. Trotz der Situation. Ich bin gesund, Mama, Partnerin und Karrierefrau. Ich habe alles, was ich zum Glücklichsein brauche. Ich arbeite an mir selbst. Im Hier und Jetzt. Auf diese Weise lerne und wachse ich ständig. Am Ende angelangt bin ich nicht. Noch lange nicht. Wir werden dies auch gar nie erreichen, wenn wir es richtig machen. Niemand von uns hat jemals ausgelernt. Früher bin ich immer Dingen nachgerannt und wollte mehr – und noch mehr... Natürlich auch jetzt noch. Aber mehr in dem Sinne, dass ich weiter wachsen möchte. Für mich. Nicht, weil ich unzufrieden bin. Meine Motivation und meine Vision haben sich verändert. Es soll ohne viel Stress geschehen. Das Leben ist so viel mehr.


Was waren die grössten Herausforderungen in deiner Karriere?

Meine Branche ist sehr oberflächlich. Ich als Mensch bin es nicht. Ein ziemlicher Widerspruch. Nichts desto trotz liebe ich meinen Job. Ich musste einfach lernen, die Dinge nicht persönlich zu nehmen. Wenn jemand sagt, dass ich nicht gut genug bin, oder dass ich doppelt so viele TV-Jobs hätte, wäre ich weiss und blond. Die grösste Herausforderung lag darin, dass ich mich nicht von meinem Ziel abhalten liess. Ich habe ein Talent. Unabhängig davon, wie ich aussehe. Man muss seinen Wert kennen. Den menschlichen Wert.


Wie oft wirst du auf dein Äusseres reduziert?

Im Job zu 90 Prozent. Das Spiel spiele ich aber gerne mit. Ich sehe es als Challenge, unterschätzt zu werden. In einer Sendung hat mir mal eine Produzentin gesagt: »Überlass das Denken mir, schau' du einfach hübsch aus.« Es war eine Sendung, in der es um die jungen Erwachsenen und ihr Potential ging. Doch es kommt immer wieder die Gelegenheit, dass man mehr sein kann, als hübsch.


Und im Privatleben?

Gar nicht. Mit seinem Umfeld kann man viel Zeit vergeuden. Bei mir sind es coole, anständige Leute, die mich alles andere als auf mein Aussehen reduzieren. Das mache ich selbst auch nicht. Ich sehe mich anders, denn ich kenne mein Inneres. Mir ist immer klar, woran ich innerlich arbeiten muss. Dies ist nicht nur schön. Deshalb ist mir mein Aussehen auch oftmals nicht bewusst. Ausser wenn ich durch den Job daran erinnert werde.


Was macht für dich einen Menschen schön?

Schönheit kann unterschiedlich definiert werden. Durch das Aussehen, den Erfolg, den Kontostand... Für mich ist entscheidend, wie jemand einem anderen Menschen begegnet. Einem, den er nicht kennt. Wenn man einfach ehrlich sein kann. Aufs Tiefste. Und somit jemand anderem hilft. Unbewusst. Durch diese Ehrlichkeit. Wenn man dazu die verletzliche Seite zeigen kann, macht es einen noch schöner.


Das sollten wir öfters tun.

Unbedingt. Wenn mehr Menschen ihre verletzliche Seite zeigen würden, wüssten dadurch auch mehr, dass sie nicht alleine sind. Aber wir reden in dieser Gesellschaft nicht gerne über wunde Punkte, da man dann als schwach gilt. Dabei zeigt es eine solche Stärke, wenn man das Innere nach aussen kehren kann. Zusätzlich hilft man sich auch selbst. So stellt man sich der Wahrheit und nimmt sie an.


Wahre Schönheit hat nichts mit dem Aussehen zu tun.

Überhaupt nicht. In meinem Business verlieren sich viele oftmals in der Blase vom Ruhm/Fame. Aber auch diese Erfahrung muss man machen und daraus lernen.


Wie war dies bei dir?

Ich habe solche Phasen auch durchgemacht. Dann wurde ich Mama. Da lernte ich, Kompromisse einzugehen. Da wir auch in London ein Zuhause aufbauten, konnte ich nicht mehr einfach so mal spontan zu Events fliegen. Ich hatte immer das Gefühl, ich müsste präsent sein, um arbeiten zu können. „Aus den Augen, aus dem Sinn“ dachte ich, und ich wollte doch nicht „aus dem Sinn“ sein. Bis ich mich gefragt habe: Was möchte ich eigentlich? Warum renne ich dem Gedanken hinterher, dass ich mich stets beweisen muss? Warum habe ich das Gefühl ständig „abliefern“ zu müssen? Ich muss es nur da, wo es für mich Sinn macht. Der Rest ergibt sich von alleine.


Was macht für dich eine gute/n Moderator/in aus?

Wenn man Mensch ist und keine Rolle spielt. Als Zuschauer hat man oftmals keine Zeit, den Moderator kennenzulernen. Die Kunst liegt somit darin, sich selbst zu sein. Du musst von einem Apfel erzählen, als wäre es dein Apfel. Von deinem selbst gepflanzten Baum, der in deinem eigenen Garten wächst. Oft merkt man, dass eben dieser persönliche Bezug fehlt.


Welchen Moderatoren siehst du gerne zu?

Stefan Büsser. Er ist so, wie er ist. Wenn ich mit ihm unterwegs bin, dann lache ich mich genauso schlapp, wie wenn ich ihn auf der Bühne sehe. Er ist sich selbst. Deshalb hat er auch Erfolg. Oder Max Loong. Wenn ich mit ihm rede, denke ich jeweils, ob er im Vorfeld ein Skript geschrieben hat. Denn er bringt die Dinge auf den Punkt. So moderiert er auch. Mit beiden arbeite ich enorm gerne.


Wie sieht es aus mit Vorbildern?

Definitiv Oprah Winfrey. Sie ist der Inbegriff davon, was ich erwähnt habe. Sie ist verletzlich, ehrlich und natürlich unfassbar talentiert. Sie kratzt in Gesprächen nicht nur an der Oberfläche, sie will die dunklen Seiten hören und das Wissen daraus weitergeben.



Über Alexandra Maurer:

Alexandra Simone Maurer arbeitet als Fernseh- und Radiomoderatorin. Sie war die erste im Moderatorenteam von "joiz" und wechselte dann zum deutschen Ableger nach Berlin. Darüber hinaus moderierte sie die Swiss Music Awards, landete mit "Got to Dance“ ihre erste Prime Time Show im deutschen Fernsehen auf ProSieben und hat mittlerweile ihr eigenes Magazin „FLASH“ auf ProSieben Schweiz. Neben den TV-Auftritten ist sie auch an diversen Events im Einsatz und ist Teil einer „BBC 5 Live“ Radioshow in London. Vor kurzem startete sie mit einer Freundin ein neues Projekt: MumLab.



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